Das Leben erträumen – das Leben wagen – Teil 1

Warum das Spiel mit dem Feuer für Normalos gefährlich ist

Menschen haben Träume, Menschen haben Sehnsüchte, dennoch leben die wenigsten Ihren Traum. Viele sehen sich von vermeintlichen Sachzwängen in Schach gehalten und folgen in einem ermüdenden Kreislauf tagein und tagaus den errichteten Normen der Leistungsgesellschaft. Statt ihr inneres Feuer zu leben, halten sie es unter Verschluss. Sie verhalten sich korrekt, angepasst und sagen sich immer wieder,  dass sie doch zufrieden sein müssen. Doch tief innen schwellt der Brand, der nicht gelebten Träume und schürt, Gott sei Dank, mit zunehmendem Alter die Unzufriedenheit.
Seit der Kindheit, hat sich für sie der Zugang zu den eigenen Träumen weitestgehend verschlossen. Schließlich träumen Erwachsene nicht. Nur manchmal, in Momenten, wo das Leben anklopft und gerade kein Ablenkungsprogramm läuft, blitzt die Frage nach dem Es-muss-doch-noch-mehr-geben auf, und die innere Unzufriedenheit und das Unerfülltsein zeigen sich nackt und drängen sich spürbar auf.

 

Ersatzprogramme leben, statt das eigene Leben wagen

Wer der Norm der Leistungsgesellschaft folgt, hat keine Zeit seinen eigenen Wünschen, Träumen und Sehnsüchten nachzuspüren, geschweige denn sie zu verwirklichen. Zu schnell dreht sich das Rad der Verpflichtungen und die vielen Sachzwänge stecken ein enges Alltagskorsett. Da bleiben die Bedürfnisse der Seele oftmals auf der Strecke. Stattdessen laufen diverse Ersatzprogramme zur Entspannung, zur Unterhaltung, zur Ablenkung vom Wesentlichen.  Statt selbst das Abenteuer zu wagen, die Liebe zu erfahren und eigene Träume zu träumen und zu verwirklichen, wird das Leben der anderen in der Konserve mitgelebt. Viele geben sich mit dem Ersatz zufrieden, sitzen lieber auf der Ersatzbank, in den Haltebuchen des Lebens und schauen zu, wie andere das Leben wagen, dabei über sich dabei hinauswachsen und Erfüllung erlangen.

Brot und Spiele sind die Belohnung für getreue Normalos, die ihr Leben an den Normen der Leistungsgesellschaft ausrichten. Ein Urlaub im Jahr, ab und an eine neue Frisur, ein neues Kleidungsstück, vielleicht eine größere Wohnung, ein Sparplan, der materielle Sicherheit vermittelt und jedes Jahr ein wenig höher auf der Karriereleiter. Mit 40 sollte man/frau angekommen sein, eine Familie gegründet, im besten Fall auch ein Haus gebaut und materiellen Wohlstand geschaffen haben.

 

Soll das jetzt alles gewesen sein?

Doch genau jetzt drängen sich immer öfter Gefühle der Unzufriedenheit und des Unerfülltseins ins Bewusstsein und können nicht mehr weggeschoben, überhört und ausgeblendet werden. Die genormten  Zielvorgaben, das, was man/frau erreicht haben sollte und wollte, sind erreicht und die Frage „Soll das jetzt alles gewesen sein? klopft an. Es ist das Leben, das anklopft. Es ist der innerste Wesenskern des Menschen, der jetzt sein Recht nach Verwirklichung einfordert. Doch die meisten haben bis dahin das Träumen verlernt. Eine der größten schöpferischen Fähigkeiten, die Phantasie, wurde ja bereits in der Schule ab einem bestimmten Alter als ungeeignet abgestempelt. Seither liegt sie irgendwo in einer Schublade, ungenutzt und vergessen. Dabei hat der gute Albert Einstein schon gesagt: „Phantasie ist wichtiger als Wissen. Wissen ist begrenzt, Phantasie aber umfasst die ganze Welt.“
Der Zugang zum eigenen Wesen, zur inneren Flamme, ist für viele  Menschen verschlossen. Sie wissen nichts von ihren tieferen, inneren Bedürfnissen, Sehnsüchten und Wünschen. Verstellt mit vielen Verpflichtungen, falschen Einstellungen und Ängsten, überhören sie für eine ganze Weile die sich aufdrängenden inneren Impulse. Wenn diese dann doch mal in stillen Momenten gefühlt werden,  beschwichtigen sie sich damit, dass sie doch zufrieden sein müssten mit ihrer Situation, ihrem Leben. Schließlich haben sie doch alles was sie brauchen.

 

Schiffe sind nicht dazu gemacht, um im Hafen zu liegen

Diese Menschen gleichen neuen Schiffen, die abgetakelt im Hafen liegen, ihre Segel nie gehisst hatten und warten, bis sie eines Tages entsorgt werden und verschwinden dürfen. Das ist traurig, denn Schiffe sind nicht dazu gebaut, im Hafen zu liegen. Vielmehr sollten sie mit prächtig gehissten Segeln auf den großen Meeren kreuzen, sich auf deren großen Wogen und Wellen bewegen. Sie sind dafür gebaut, auch mal einem Sturm zu erfahren, sich dabei zu bewehren und daraus gestärkt und mit Erfahrungszuwachs hervorzugehen. Der Hafen ist die Komfortzone, in der Menschen ihre scheinbare Sicherheit finden – sowohl materiell als auch emotional. Hier ist alles vertraut, unter Kontrolle. Den Hafen zu verlassen birgt ein Risiko, das nicht zu 100% abgesichert werden kann. Daher leben viele ihr Leben iin engen kleinen Kreisen und überlassen das Träumen und die Verwirklichung den anderen, bei denen sie dann mitfiebern, mitfürchten und auch mitlieben, wenngleich auch nur von der Coach aus.

 

Risiko und Tiefgang – nein, danke!  link zu Vigeno

Zu groß und oft auch unbewusst ist die Angst vor Veränderung, vor Verlust und Niederlage. Hinter scheinbarer Trägheit verbirgt sich oft eine seltsame Resignation. Der Schweinehunde sind es viele und über Prägung und Konditionierung will sich keiner Gedanken machen. Zu schwer wiegt der Ballast im Inneren, als dass man/frau sich auch noch mit tiefgründigen Themen auseinander setzten wollte. Da surfen viele doch lieber nur an der Oberfläche ihrer Persönlichkeit, wagen zum Neujahr mal wieder neue Vorsätze, die dann doch nicht erreicht werden und das Gefühl der Unfähigkeit zur Veränderung festzementieren. So vergeht ein Jahr nach dem anderen und die Gedanken an den Ruhestand nehmen bereits einen großen Raum im Denken ein.

Wen wundert es da, dass diese Menschen viel schneller altern, als sie es eigentlich müssten. Doch all das haben viele von uns mit der Muttermilch aufgesaugt. Die Eltern und Großeltern haben es vorgelebt und wir haben es ihnen nachgemacht, wenngleich wir in der Pubertät mächtig dagegen rebelliert haben. Schauen wir jetzt mal genau hin, was davon übrig geblieben ist, dann machen wir vielleicht überrascht die Erkenntnis, dass wir im Großen und Ganzen nach den gleichen Werten, bedacht auf materielle und emotionale Sicherheit, leben. Eben ein oberflächliches, jedoch bequemes Leben in der Komfortzone ohne größeres Risiko und Wagnis. Die innere Flamme bleibt dabei auf Sparmodus eingestellt und das kleine Licht, das davon ausgeht, steht brav unterm Scheffel.

Teil 2 folgt in Kürze

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