Entschleunigung – ein Weg in die Leichtigkeit des Seins

Entschleunigung ist ein Begriff, der sich in unserer westlichen Welt immer mehr Gehör verschafft. Hat die Überbetonung der Leistung in unserer Gesellschaft doch in ein großes Ungleichgewicht geführt und damit einhergehend eine neue Volkskrankheit geschaffen – den Bournout.
Jetzt gilt das Entschleunigen als wichtigstes Heilmittel, um aus der erschöpfenden Einseitigkeit heraus, in eine neue Balance zu finden.

Bereits in der Erziehung und weiter in der Schlule wird die Einseitigkeit der Lebensführung stark gefördert. Die Eltern bringen ihren Sprößlingen schon früh den Ernst des Lebens nahe und dies auf Kosten der Muse und des Spiels. Da müssen vorher die Pflichten und Aufgaben erfüllt sein, bevor das spielerische Sein und das freudige und ausgelassene Toben gelebt werden dürfen. In der Schule werden die natürlichen, kindlichen Bewegungsimpulse durch langes Stillsitzen unterdrückt, und dem kindlichen Spiel, mit all der Neugierde und dem kreativen Potenzial, werden nur 2 Stunden im Wochenplan im Fach Kunst bzw. Werken eingeräumt.

 

Das Spielerische in der Leichtigkeit des Sein wieder entdecken

Kein Wunder, dass viele Erwachsene später im Leben das Wertebewusstsein für ein spielerisches Sein verloren haben. Jetzt fällt es schwer, die Zeit dafür aufzubringen, fehlt doch die Wertschätzung für diesen wichtigen Teil des „einfach Seins“, in dem weitaus mehr schöpferisches Potenzial liegt, als im angespannten Leistungszustand. Schließlich werden große Ideen und Visionen meist in entspannten Zuständen geschöpft. Es gilt also zu entschleunigen und in eine neue Balance zu gelangen, in der Körper – Geist und Seele in Einklang finden und das wahre Menschsein schöpferisch erfahren werden kann.

 

Auszug aus meinem Buch „Die Zeit ist reif für Dich!“

Entschleunige und finde in die Leichtigkeit des Seins!

Unser Zeitempfinden hängt von unserem Bewusstseinsstand ab. Noch im Kindesalter vergeht die Zeit wie im Flug, wird der Moment im Spiel zur Ewigkeit. Die Zeitwahrnehmung, das Empfinden für Zeit, fehlt gänzlich. Mit den Jahren lernen wir mehr und mehr die Zeit kennen. Chronos, der griechische Gott der Zeit, hat sich in den Chronometern, den Uhren, verewigt und brachte die gemessene Zeit ins Bewusstsein der Menschen. Das Empfinden für die Qualität der Zeit, das dem Gott Kairon unterstellt war, ist aus dem Alltag des modernen Menschen verschwunden. Nicht, dass es ihn nicht mehr gäbe, den richtigen Zeitpunkt. Allerdings nehmen wir ihn aus unserem verengten Blickfeld heraus nicht mehr wahr. Was wir nicht wahrnehmen, scheint es nicht zu geben, oder unterliegen wir da einem weiteren großen, modernen Irrtum?

Jesus sprach: „Wahrlich ich sage euch, wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht ins Himmelreich eingehen.” Kinder vergessen im Spiel die Zeit. Das kindliche Spiel wird getragen von der Lust und Freude und dabei weiten sich Zeiträume zur Ewigkeit. Ähnlich wie im Erwachsenenalter die sexuelle Lust das Zeit- und Raumempfinden aufzulösen vermag. Das starke Sich-Einbinden in die lineare Zeit versklavt uns Menschen. Wir sind getrieben, laufen der Zeit hinterher. Dabei verengen sich die Zeitraumgrenzen und es entsteht als Folge davon Hektik, Stress und die Schnelllebigkeit. Hinter dieser Entwicklung, die vordergründig mit der Industrialisierung und dem technischen Fortschritt erklärt werden kann, stehen die Ängste. Sie führen, weil unbewusst, ein mächtiges Schattendasein. Existenzangst, Lebensangst, Angst vor Kontrollverlust, Macht und Ohnmacht sind die wahren Regenten auf unserem Planeten.

Aus bisheriger Sicht hat das, was wir bis jetzt getan haben, immer gut geklappt. Natürlich gab es viele Krisen, doch irgendwie ging es doch weiter. Die Frage ist, haben wir aus unseren Fehlern, die in die Krise geführt haben, wirklich etwas gelernt oder fallen wir da sowohl unserer eigenen Unehrlichkeit, als auch unserer begrenzten Sichtweise zum Opfer? Haben wir es lange genug versäumt, genau hinzusehen und unser Leben so wahrzunehmen, wie es wirklich ist?

 

Unsere Persönlichkeit – eine Maske, die unser Wesen verbirgt

Wir haben uns nach außen eine heile Welt geschaffen, die es zu kontrollieren gilt. Wir versuchen uns so gut wie nur möglich vor Eventualitäten in unserem Leben abzusichern. Auf diese Weise überdecken wir unsere unbewusste Ohnmacht und die mangelnde Selbstkontrolle. Wir haben vieles aus unserem menschlichen Leben verdrängt, ohne uns bewusst zu sein, dass wir es uns selbst geschaffen haben. Es ist unsere Persönlichkeit, die Persona, die Maske, die sich mächtig macht, um sich nicht ohnmächtig fühlen zu müssen. Ja, unsere Persönlichkeit ist unsere Maske, die uns anerzogen wurde. Im Laufe der Zeit haben wir uns immer mehr damit identifiziert, sodass wir uns für das halten, was wir nach außen darstellen. Wir halten uns für die Rollen, die wir spielen. Doch wer steckt dahinter?

Die Zeit ist reif, hinter die Maske zu sehen und dem Wesen in uns auf die Spur zu kommen. Das Leben unterstützt uns dabei, denn in diesen Zeiten funktioniert nichts mehr so wie bisher. Da ist Sand ins mechanistische Weltgetriebe gekommen. Oder hat es einen Frequenzwechsel gegeben und wir haben es noch nicht bemerkt? Was bisher Erfolg versprechend war, läuft nicht mehr, erfüllt nicht mehr in der bisherigen Weise. Das Dasein erscheint vielen sinnentleert. Das selbstzerstörerische Leistungsbewusstsein und die Wahrnehmung der Zeit als rein quantitative Größe hat uns in die beschleunigte Zeit hineingetrieben. In diesem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe, verschlingt die abwärts drehende Verfallspirale Menschenleben, Existenzen, Unternehmen und Abermillionen von Euros. Wertverfall statt Wertschöpfung, wohin das Auge blickt.  Wer keine Zeit mehr hat, sich und sein Dasein wahrzunehmen, verliert beides. Zeit ist Geld, ist Lebensenergie. Doch es handelt sich hier um ein großes Missverständnis, denn es geht darum, sich Zeit zu nehmen, um Zeit zu haben. Nur so kann Wertschöpfung entstehen und ein erfülltes Dasein möglich werden. Denke für eine Weile darüber nach – nimm dir diese Zeit!

Mit diesem Beitrag nehme ich an der  Blogparade von Ulrike Bergmann mit dem Titel “ Mit Leichtigkeit“ teil.


Kommentare

Entschleunigung – ein Weg in die Leichtigkeit des Seins — 3 Kommentare

  1. Pingback: Blogparade: Mit Leichtigkeit… (20.03. bis 25.04.2014) | Mutmacher-Magazin

  2. Liebe Frau Seidl, was Sie über die Leichtigkeit des Seins schreiben, erinnert mich an Flow-Zustände. Zeiten, in denen es einfach fließt. Sie können sowohl in der Arbeit auftreten wie auch in anderen Situationen. Spannend finde ich immer wieder, dass diese Zeiten nicht nur Freude machen, sondern auch die Ergebnisse oft eine besondere Qualität haben.
    Angespannte Haltung lässt sich damit, wie Sie schreiben, schwer vereinbaren. Aus angespannter Haltung kommen auch nur schwer richtig gute Ergebnisse zustande. Einstein und viele andere haben Durchbrüche erst erzielt, als sie die Anspannung aufgegeben haben.

  3. Liebe Frau Seidl,

    ich verfolge mit Freude Ihre Beiträge in der FB-Gruppe »Spiritueller Kontakt Multiplikator« und bin nun auch über die Blogparade von Ulrike Bergmann auf Ihrem Blog gelandet.

    Entschleunigung, Balance & vor allem Authentizität (Fallenlassen der Masken) sind in der Tat essentiell, um ein erfülltes & leichtes Leben zu leben. Nicht immer einfach zu erreichen, aber der Weg ist das Ziel… 😉

    Wenn Sie mögen, schauen Sie doch mal auf meiner Website vorbei und vielleicht haben Sie Lust & Muse an meiner Blogparade (www.stefanie-marquetant.de/2014/03/24/blogparade-ich-mach-mein-ding/) teilzunehmen? Denn Sie machen ganz offensichtlich & fühlbar „Ihr Ding“.

    Herzliche Grüße,
    Stefanie Marquetant

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