Gehe wohin dein Herz dich führt – dein Herz gehört der Welt /Teil 2

Und dann kommt eines Tages der innere Ruf aus unserem Herzen. Ab einer bestimmten Entwicklungsphase unseres Menschseins meldet sich diese Stimme in uns. Etwas ruft uns und wir sind aufgefordert zu folgen. Zuerst melden sich da viele Gegenstimmen, die unserem Verstand entspringen, der es natürlich gut mit uns meint. Kennt er doch das bisher Erfahrene und kann daher keine größere Sicht unseres Selbstbildes empfangen. Deshalb sieht er sich in der Pflicht uns zu warnen vor den Unwägbarkeiten des Neuen. Auch im Außen machen wir diese Erfahrung.
 Da fühlen sich viele berufen uns ins Gewissen zu reden, sobald wir unseren Herzenswunsch mitteilen – was genau genommen heißt, dass wir unseren Herzenswunsch teilen.

Es ist deshalb gut, ja, sogar äußerst wichtig,  diesen Keim erstmal eine Weile in unserem Herzen zu nähren und zu pflegen, damit daraus eine stattliche kleine Pflanze werden kann, die nicht sofort, von den Urteilen der Außenwelt in den Boden getreten wird und abstirbt, wenn sie ans Licht kommt. Es gilt diesen Herzenskeimling in uns wachsen zu lassen, bis es uns eines Tages von innen her dazu drängt, ihn dem Licht der Welt auszusetzen – ähnlich einem Kind, das erst 9 Monate im Mutterleib heranreifen muss, bevor es aus eigener Kraft lebensfähig ist und das Licht der Welt erblicken kann.

Jede größere Idee, die aus dem Feld des reinen schöpferischen Potenzials geschöpft und dann im Herzen gehütet und genährt wird, reift heran und drängt irgendwann in die Verwirklichung. Sie erblickt wie ein Neugeborenes das Licht dieser Welt und ist zugleich angetan diese Welt zu bereichern und zu erhellen.

Das war nicht immer so. Im vergangenen seelischen Winter der letzten 6.000 Jahre, hat sich das Licht der Welt immer mehr verdunkelt und die Ideen, die in der Zeit geboren wurden, haben überwiegend zu dieser Verdunkelung beigetragen. Und das war gut so. Es hat jedoch in diesem Seelenwinter, in diesen vergangenen Jahrtausenden, vereinzelt lichtvolle Botschafter für die Menschheit gegeben, wie z.B. Jesus, Mohamed, Konfuzius usw. Sie alle hatten die Aufgabe übernommen in diese Kälte und Dunkelheit ein Licht der Hoffnung zu tragen, so dass der Glaube an einen seelischen Frühling nicht völlig erlosch und die Menschheit in ihnen und ihren Botschaften die Kraft fand, um in dieser Trostlosigkeit und Dunkelheit dieses Seelenwinters ausharren zu können.

Jetzt im Übergang dieser Zeitalter vom seelischen Winter zum seelischen Frühling kehrt mit den Ideen, die geschöpft werden, auch das Licht wieder zurück. Die Herzenswünsche, die im tiefen Herzensgrund vieler Menschen ruhen, bei manchen auch schon gut sprießen, haben das Potenzial einen wesentlichen Beitrag zur Erhellung dieser Welt beizutragen. Deshalb ist es wichtig, dass die Menschen daran erinnert werden, ihre Samen, die während des langen Winters in ihren Herzen keimen konnten und sich ab und zu in ihren Träumen und Visionen gezeigt hatten, jetzt in sich wieder aufzudecken, zu nähren und zu gebären.
Diese Geschöpfe, die unserem tiefen Herzen entspringen, gehören der Welt. In der neuen Zeit, die bereits begonnen hat, schaffen wir mit unserem Herzenskeimlingen für uns und unsere Nachkommen buchstäblich den Himmel auf Erden und damit eine bessere Welt.

Im Gedicht von Christian Morgenstern find ich die Liebe zur Schöpfung und der Welt
wunderbar ausgedrückt.

Meine Liebe ist so groß wie die weite Welt,
und nichts ist außer ihr,
wie die Sonne alles erhellt,
so tut sie der Welt von mir!

Da ist kein Gras, da ist kein Stein,
darin meine Liebe nicht wär.
Da ist kein Lüftlein noch Wässerlein
darin sie nicht zög einher!
Da ist kein Tier vom Mücklein an
bis zu uns Mensch empor,
darin mein Herze nicht wohnen kann,
daran ich es nicht verlor!

Meine Liebe ist weit wie die Seele mein,
alle Dinge ruhen in ihr,
sie alle,
alle bin ich allein
und nichts ist außer mir!

Bianka Maria bei Google+


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